Die Tribute von Panem – Gefährliche Liebe von Suzanne Collins

Nach dem spannenden Ende des ersten Bandes ist der allererste Eindruck, den das neue Buch hinterlässt, wesentlich ruhiger. Es geht nicht nahtlos weiter, sondern mit einer zeitlichen Distanz von etwa einem halben Jahr. Die Menschen werden durch eine Tour der Gewinner durch alle Distrikte unweigerlich daran erinnert, dass kaum mehr ein halbes Jahr vergehen wird, bis die Spiele erneut stattfinden werden und junge Menschen ihr Leben geben werden. Und ein besonderes Jahr steht an: Die Spiele feiern ihr 75. Jubiläum und das Capitol hat sich etwas ausgedacht. Das Erste, womit man als Leser konfrontiert wird, ist Katniss’ veränderte Lebenssituation: Sie schwelgt im Überfluss, muss öffentlich so tun, als liebe sie Peeta von Herzen, was ihren besten Freund Gale immer wieder vor den Kopf stößt. Alles in allem ist die erste Hälfte ruhiger, hat nicht diese Spannung, die die Nerven auf eine harte Probe stellt, ist aber gleichfalls sehr lesenswert, da es der Autorin hervorragend gelingt die Konflikte aufzuzeigen, in denen sich Katniss befindet.

Die Frage nach Rebellion ist eine sehr zentrale der ersten Hälfte. Wie viel ist die Rebellion gegen das Capitol wert? Menschenleben? Vielleicht sogar Katniss’ eigenes Leben? Sie selbst ist mit ihrer rebellischen Entscheidung während der Spiele zu einer Galleonsfigur der Rebellen geworden und der Spotttölpel zu einem Symbol des Widerstandes. Erst in der zweiten Hälfte kehrt Suzanne Collins zu altbekannten, dadurch aber keineswegs langweiligen Mustern zurück und schickt Katniss und Peeta erneut in die Arena. Ab diesem Punkt vergeht die Geschichte wie im Flug, am Ende sogar etwas zu schnell. Das ist der einzige wirklich nennenswerte Kritikpunkt: Die letzten 40 Seiten wirken gedrungen, übereilt und stark konstruiert, nur damit ein netter Cliffhanger am Ende steht.
Die Zeit in der Arena selbst ist toll umgesetzt, ganz anders als im ersten Band, da Katniss in ihrer jetzigen Position Verbündete findet und nicht mehr Einzelkämpferin ist. An Grausamkeit wird dennoch nicht gespart, weshalb ich bei meiner schon zuvor ausgesprochenen Empfehlung ab fünfzehn, sechzehn Jahren bleibe. Katniss neue Position unter den 24 Tributen sorgt für Misstrauen, Zwietracht, aber auch Allianzen, die bis zu einem gewissen Punkt beständig bleiben. Die Figuren um sie herum sind erneut toll gezeichnet, Peeta wie immer etwas langweilig und berechenbar, aber das machen die anderen Tribute locker wett. Bei denen weiß man bis zuletzt nämlich nicht, auf welcher Seite sie wirklich kämpfen.

Von mir gibt es volle 10 Punkte.

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