Wir beide, irgendwann von Jay Asher

Was geschieht mit uns in 15 Jahren? Wer sind wir? Wer unsere Freunde? Haben wir Träume verwirklicht, Ziele erreicht? Einen Blick in die Zukunft werfen zu können ist Etwas, das einen gewissen Reiz ausübt. Einen Reiz, dem auch Emma, die Protagonistin in dem wundervollen Jugendroman „Wir beide, irgendwann“ nicht entkommt.
Seit sie das Internetprogramm auf ihrem Computer hat, geht dort etwas sehr Seltsames vor sich: es gibt eine Seite, die sich „Facebook“ nennt und eine Frau zeigt, die scheinbar eine 15 Jahre ältere Emma ist. Was sie zuerst für einen Scherz hält, entpuppt sich als ein Blick in die Zukunft, an dem auch ihr ehemals bester Freund Josh beteiligt ist. Doch was sie dort sehen, wirft die unterschiedlichsten Gefühle auf.


Emma hat es schon in der Gegenwart nicht ganz leicht. Ihre Eltern sind geschieden, ihr Traummann scheint sich nicht für sie zu interessieren und an die wahre Liebe glaubt sie so wieso nicht. Also ist es ja wohl ihr gutes Recht wenigstens in der Zukunft glücklich zu sein. Deswegen versucht sie diese zu ändern, was schwerwiegende Folgen hat. Bis sie bemerkt, dass sie eigentlich ganz andere Dinge ändern muss, um das zu erreichen, was sie sich tief im Innersten wünscht.
Die Zusammenarbeit zwischen Jay Asher und Carolyn Mackler ist mehr als gelungen, denn „Wir beide, irgendwann“ ist ein witziger und spannender Roman mit Tiefgang, den man eigentlich weder aus der Hand legen, noch jemals beenden möchte, da es einfach so viel Freude bereitet Emmas und Joshs Geschichte zu lesen.
Beide Protagonisten sind sympathisch und man schließt sie schnell ins Herz. Ihre Freundschaft beinhaltet das, was gute Freunde ausmacht. Sie ergänzen sich. Emma ist ein wenig aufbrausend, emotional, ohne ihre wahren Gefühle zu zeigen und hat ihren eigenen Kopf. Josh ist der nette Junge von Nebenan, ohne langweilig zu sein, gefühlvoll, hilfsbereit und so wie man sich einen besten Freund eben wünscht. Er ist der Anker, der Emma immer wieder auf den Boden der Tatsachen zurück zieht und somit auch der Einzige der ihr bei der Suche zu sich selbst, den nötigen Halt geben kann.
Die Nebenfiguren, zu denen die Freunde der Beiden, Tyson und Kellan, gehören, sind ebenfalls mit viel Liebe kreiert und sehr authentisch. Generell ist es den Autoren gelungen mich in die 90er Jahre zurück zu versetzen und größtenteils hatte ich das Gefühl ebenfalls Teenager zu sein und gemeinsam mit den Vieren zur Schule zu gehen.
Die Dialoge sind witzig, frisch und bereiten einfach jede Menge Freude. Die Schreibe der beiden Autoren gleitet so geschmeidig ineinander über, dass man gar nicht bemerkt, dass der Roman aus zwei unterschiedlichen Federn stammt. Die Geschichte liest sich so schnell und flüssig, dass ich regelrecht erstaunt war, dass plötzlich schon die ersten hundert Seiten vorüber waren.
Erzählt wird abwechselnd aus der Perspektive von Josh und Emma. Oft endet ein Kapitel mit einem Cliffhanger. Der Spannungsbogen steigt dann über das ganze nächste Kapitel an und wird oft erst aufgelöst, wenn der entsprechende Charakter wieder mit erzählen an der Reihe ist. Dadurch kann man das Buch einfach nicht zur Seite legen, sondern MUSS immer weiter lesen, denn Josh und Emma sind so wundervoll, dass sie den Leser gefangen nehmen.

Von mir gibt es 9 von 10 Punkten.

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